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25.06.2026

Brücke zwischen Hörsaal und Berufsalltag

Pflege und Soziale Arbeit suchen seit Jahren Nachwuchs. Gleichzeitig verändert die Digitalisierung die Arbeitswelt. Einrichtungen stehen vor neuen Aufgaben. Hochschulen entwickeln dazu Konzepte und Forschungsvorhaben. Wie beides zusammenfinden kann, war Thema der Veranstaltung „Zukunft gestalten in Pflege und Sozialer Arbeit“, die Mitte Juni an der Frankfurt University of Applied Sciences stattfand.

Zum dritten Mal richteten die Hochschule und die Wirtschaftsförderung des Kreises Offenbach das Format gemeinsam aus. Rund 50 Gäste kamen zusammen. Unter ihnen waren Studentinnen und Studenten, Lehrende der Hochschule sowie Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen und Unternehmen aus dem Kreis Offenbach. Ziel war es, Kontakte zu ermöglichen und aktuelle Entwicklungen aus Wissenschaft und Berufspraxis zusammenzubringen.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Prof. Dr. Susanne Rägle, Vizepräsidentin für Forschung, Transfer und Internationalisierung der Frankfurt University of Applied Sciences, sowie von Landrat Oliver Quilling. In seinem Grußwort verwies er auf die enge Zusammenarbeit zwischen Kreis und Hochschule. Die Partnerschaft besteht seit 2017 und ist Teil des Wirtschaftsförderungskonzepts „Standort Plus“. Ziel ist es, den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Region zu stärken und gleichzeitig den Bedarf an qualifizierten Fachkräften zu sichern.

„Viele Einrichtungen suchen schon heute qualifizierte Mitarbeiter. Gleichzeitig wächst der Bedarf in einer älter werdenden Gesellschaft weiter. Umso wichtiger ist es, Studierenden früh Einblicke in die Praxis zu ermöglichen und Wege aufzuzeigen, die nach dem Studium in den Beruf führen können“, betonte Quilling.

Durch die Veranstaltung führte Felix Kätker von der Wirtschaftsförderung des Kreises Offenbach. Der erste Teil widmete sich dem Thema digitale Teilhabe. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Erkenntnisse aus Forschung und Lehre ihren Weg in den beruflichen Alltag finden können. Dr. Rafaela Werny stellte in einem Impulsvortrag Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung vor. Außerdem präsentierte sie das Forschungsprojekt „Digitale Teilhabe im Alter“, kurz DiTA.

Anschließend berichteten Robert Jansen und Udo Spieker von Schon & Jansen über die Tagespflege Young Care in Neu-Isenburg. Ihre Ausführungen ergänzten die wissenschaftliche Perspektive um Erfahrungen aus dem Berufsalltag. Deutlich wurde, welche Möglichkeiten digitale Lösungen eröffnen und an welchen Stellen weiterhin Hürden bestehen.

Diese Fragen wurden anschließend in einer Podiumsdiskussion vertieft. Die Moderation übernahm Prof. Dr. Miriam Peters von der Frankfurt University of Applied Sciences. Auf dem Podium diskutierten Miriam Mauthe von der Leitstelle Älterwerden des Kreises Offenbach, Robert Jansen, Dr. Rafaela Werny sowie Prof. Dr. Hendrik Graßme. Die Diskussion stieß auf großes Interesse. Viele Gäste beteiligten sich mit Fragen und Anmerkungen. Dabei lag ein Fokus insbesondere darauf, wie der Transfer von Hochschulwissen gelingen kann und welche Voraussetzungen dafür geschaffen werden müssen.

Im zweiten Teil rückten die Nachwuchskräfte in den Mittelpunkt. Einrichtungen und Unternehmen aus dem Gesundheits- und Sozialbereich stellten ihre Arbeit vor und kamen mit den Studentinnen und Studenten ins Gespräch. Im Rahmen eines MatchUPs entstanden zahlreiche Kontakte. Daraus ergaben sich erste Gespräche über Praktika und mögliche Abschlussarbeiten.

Zum Abschluss berichteten drei Absolventen der Frankfurt University of Applied Sciences über ihren beruflichen Weg. Miriam Mauthe stellte ihre Arbeit bei der Leitstelle Älterwerden des Kreises Offenbach vor. Anne Röder gab Einblicke in das Forschungsprojekt „Emotional Living Spaces“. Philip Leidenbach schilderte seine Tätigkeit bei der Johanna-Kirchner-Stiftung der AWO. Die Beiträge veranschaulichten, wie unterschiedlich sich ein Studium entwickeln kann und welche Möglichkeiten sich nach dem Abschluss eröffnen.

Auch nach dem offiziellen Programm blieben viele Gäste noch im Gespräch. Vertreterinnen und Vertreter von Einrichtungen, Lehrende und Studentinnen und Studenten nutzten die Gelegenheit, Kontakte zu vertiefen und neue Verbindungen zu knüpfen. Die Gespräche zeigten, wie eng Hochschule und Berufswelt inzwischen miteinander verbunden sind. „Wer Nachwuchs gewinnen will, muss früh Kontakte schaffen. Genau dafür bot die Veranstaltung den passenden Rahmen“, so Quilling abschließend.